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Tagung der Volkskundlichen Kommission für Niedersachsen e. V.

Freitag, 7. Oktober 2022: Wie jung ist Geschichte?

Seit einigen Jahren nähern sich Präsentationen in Museen, temporäre oder dauerhafte, in vielen Fällen immer mehr der Gegenwart an. Mit ihren Gebäuden findet die Nachkriegszeit seit einiger Zeit auch in den Freilichtmuseen Aufnahme – Tankstellen, Fertighäuser oder eine Dorfdiskothek werden transloziert und nicht unbedingt nur im Zeitschnitt ihres Erbauungs-, sondern zum Teil auch in späteren Nutzungszeiträumen gezeigt. Historische Museen widmen sich verstärkt den 1960er und -70er Jahren oder fragen nach Objekten, die in der Zukunft die Gegenwart repräsentieren sollen. Aber auch abseits der musealen Sammlungs- und Ausstellungstätigkeiten ist eine Historisierung jüngster Vergangenheit oder gar der Gegenwart zu beobachten. Am augenfälligsten tritt dies aktuell beim Thema „Corona“ zutage, zu dem digitale Tagebücher geschrieben, Archive oder Objektsammlungen angelegt werdenWo hört die Gegenwart auf, wo fängt Geschichte an? Diese Frage steht hinter dem Titel der Tagung. Und bereits vorab ist klar, dass es darauf keine eindeutigen Antworten gibt. Wichtiger ist wohl danach zu fragen, warum diese Sammlungen und Archive entstehen und Ausstellungen gestaltet werden. Welche Bedürfnisse bestehen bei den Akteur:innen, welche bei den Nutzer:innen bzw. Gästen? Ist es der erleichterte Zugang, weil die Themen noch zum eigenen Erlebenshorizont gehören, ist es eine verstärkte Reflexion, die eigenes Tun und Erleben gleich in einen historischen Kontext setzt? Welche Rolle spielt dabei die Nostalgie? Oder ist es die Sorge, für die Zukunft möglicherweise Wichtiges nicht gesammelt oder dokumentiert zu haben?Anhand verschiedener Beispiele aus dem musealen und nicht musealen Bereich soll ein Blick auf den Umgang mit junger Geschichte und mit der Gegenwart im Historisierungsprozess geworfen und dieser diskutiert werden.

13.30-14.15 Uhr

Laura Beukenberg (Museologin, Sammlungsmanagement, Bildarchiv, Historisches Museum Hannover)

Mit offenen Augen. Mitarbeiter*innen als Zeitzeug*innen in der Corona-Pandemie

14.15-15.00 Uhr

Prof. Dr. Thorsten Logge und Nils Steffen M.A. (Universität Hamburg, Geschichte/Public History)

Das online-Projekt „coronarchiv“

15.00-15.30 Uhr: Kaffeepause

15.30-16.15 Uhr

Wolf-Rüdiger Marunde (Vorstandsmitglied Gorleben Archiv e.V.)

Das Gorleben Archiv: Vom „Archiv der Bewegung“ zum „Lernort Demokratie“

16.15-17.00 Uhr

Dr. Michael Schimek (Museumsdorf Cloppenburg – Niedersächsisches Freilichtmuseum)

Fertighaus, Tankstelle, Dorfdisko: Zeitgeschichte im Freilichtmuseum

17.00-18.00 Uhr

Führung durch die Landdiskothek „Zum Sonnenstein“ im Freilichtmuseum Cloppenburg

Anmeldungen (bis zum 28.9.2022) an: Dr. Nina Hennig, hennig@ostfriesischelandschaft.de

Tagungsort: Museumsdorf Cloppenburg – Niedersächsisches Freilichtmuseum, Bether Straße 6, 29661 Cloppenburg (www.museumsdorf.de). Die Teilnahme ist kostenfrei.

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