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Die Sammlungen des Museumsverbunds Ostfriesland – ins Licht gerückt

Seit April 2025

Das Projekt geht von den Sammlungen, dem jeweiligen Kernstück der Museen, aus und will ihre Wirkung für die Öffentlichkeit – für Einheimische sowohl wie Gäste, aber auch für ein wissenschaftliches Fachpublikum – vergrößern. Die Museen sind in Ostfriesland ein wichtiger Faktor regionaler Kultur. Es gibt eine reiche Anzahl von ihnen, und oftmals befinden sie sich in historischen Gebäuden in den Orts- bzw. Dorfkernen. Ein großer Anteil ist unterhalten von und unterstützt durch das Engagement ehrenamtlich arbeitender langjährig ansässiger, aber auch neu hinzugezogener Bürgerinnen und Bürger. Dies ist auch im Museumsverbund Ostfriesland der Fall.

Die Museen und die Menschen, die dahinter stehen, prägen das Wissen und das Bild von Ostfriesland mit, das nicht zuletzt Gäste der Region erreicht, gleichzeitig bieten sie aber auch wichtige Orte der Identifikation für Menschen, die hier leben oder herziehen möchten. Und auch im Rahmen der schulischen Vermittlung (Stichwort „Die Region im Unterricht“) haben authentische Dinge für den Unterricht und die Museen als außerschulische Lernorte eine große Bedeutung, deren Wirkung noch gesteigert werden kann. Die Museen wirken also sowohl im Bereich eines bewussten Kulturtourismus, sind aber zudem wichtige Begegnungsräume zum Austausch und zur Aushandlung einer kulturellen und regionalen Identität.

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Indischer Straßenverkaufsstand, Ostfriesisches Teemuseum Norden. Foto: S. Gronewold

Anhand der Objekte ihrer Sammlungen erzählen die Museen die Geschichten, die wichtig und prägend waren oder sind, die sachlich informieren, aber auch eine emotionale Verbindung schaffen können. Durch die Narrative, die in den Dingen selbst stecken und freigelegt werden müssen, ist ein großes Potenzial gegeben, die Kulturgeschichte Ostfrieslands weiterzugeben und attraktiv für alle Bevölkerungsteile zu machen.

Damit dies Potenzial besser genutzt werden kann, sollen ausgewählte Sammlungsbereiche der Verbundmuseen eine zusätzliche attraktive virtuelle Präsentation erfahren. Dies soll u.a. durch die Darstellung im Portal Kulturerbe Niedersachsen, auf der Homepage der Ostfriesischen Landschaft und den Websites der Einzelmuseen erfolgen und zusätzlich durch QR-Codes an und in den Museen, bzw. Museumsgebäuden. Die Chancen der Digitalisierung sollen noch besser genutzt werden, um kulturelle Erbe zu vermitteln und zu bewahren.

Hierfür müssten die bisher in der EDV-Inventarisierung festgehaltenen Daten noch einmal redigiert, ggf. korrigiert und ergänzt und für die Online-Präsentation aufbereitet werden. Wichtig sind professionelle Fotografien. In einigen Fällen können sich auch digitale Animationen der Objekte oder kurze Filmclips mit kurzen Geschichten und weiteren Hintergründen zu Objekten anbieten. Diese Angebote kommen einem Publikum, das inzwischen zum überwiegenden Teil gewohnt ist, Informationen auch digital abzurufen und aufzunehmen, entgegen. Die Wirkung des Originals im Museum kann durch weitere virtuelle Angebote vertieft werden. Für alle, die einen Museumsbesuch planen, können Anreize gesetzt werden, den Plan in die Tat umzusetzen, für diejenigen, denen der Besuch nicht möglich ist, ist trotzdem ein qualitätvoller Zugang zur Thematik gegeben.

Historisches Museum Aurich
Ansichttasse mit Aurich-Motiv. Historisches Museum Aurich. Foto: Historisches Museum Aurich

Um diese Einzelstücke zu definieren und für eine solche Präsentation vorzubereiten, müssen die teilnehmenden Museen unterstützt werden bei ihrer Sammlungspflege. Hierzu gehört die Analyse des Gesamtzustands der jeweiligen Sammlungen in Ausstellungen und Magazinbereichen, die Aufstellung eines individuellen Aufbewahrungs- und Pflegekonzepts, die Anleitung und – bei kleineren Maßnahmen – Durchführung von Reinigungs- oder Konservierungsmaßnahmen. Nur durch die Einrichtung von angemessenen Verwahr- und Präsentationssituationen ist der dauerhafte Erhalt des Sammlungsgutes gewährleistet, kann das materielle Gedächtnis Ostfrieslands auch für die Zukunft sichergestellt werden.

Ostfriesisches Landwirtschaftsmuseum Campen
Gulfhofscheune mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Ostfriesisches Ostfriesisches Landwirtschasftsmuseum Campen. Foto: S. Gronewold

Nach der offiziellen Beendigung des Projekts soll die Möglichkeit bestehen, den digital präsentierten Bestand weiter auszubauen, wie auch die Verwahr- und Präsentationsbedingungen nachhaltig adäquat zu halten. Darum wird es für die ehren- wie hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Museen Schulungen im Bereich IT zur Pflege und kontinuierlichen Erweiterung der virtuellen Ausstellung sowie in den Bereichen Fotografie und präventiver Konservierung geben.

Das bereits bestehende Netzwerk der Mitglieder im Museumsverbund Ostfriesland wird durch das Projekt weiter verstärkt und qualitativ aufgewertet. Durch die Fortbildungen, die grundsätzlich auch weiteren Häusern der reichhaltigen Museumslandschaft in Ostfriesland offenstehen sollen wird dieses Netz aber auch für weitere Kulturakteure und Kulturakteurinnen und grundsätzlich Interessierte geöffnet.

Das Projekt wird kofinanziert durch die Landkreise Aurich, Leer und Wittmund sowie die zwölf Standortkommunen und -gemeinden der Mitglieder des Museumsverbunds Ostfriesland.

 

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Mit diesem Vorhaben werden die Zusammenarbeit sowie die Umsetzung von Projekten zur nachhaltigen Entwicklung unterstützt. Ziel ist es, die zukunftsfähige Weiterentwicklung der LEADER Regionen unter Berücksichtigung von Interessen regionaler Gruppen zu fördern.

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