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Die Sammlungen des Museumsverbunds Ostfriesland – ins Licht gerückt

Das zum 1. April 2025 gestartete Projekt hat zum Ziel, ausgewählte Sammlungsbereiche der 16 Verbundmuseen digital zu präsentieren und die Museen bei der Bewahrung ihrer Sammlungen zu unterstützen. Hierzu wählten die Museen zusammen mit der Projektmitarbeiterin Yasmin Maaß Objekte aus, die besonders interessante Geschichten erzählen, thematische Schwerpunkte belegen oder Highlights der Museen sind. Sie werden sowohl in den Sozialen Medien als auch auf der Website der Ostfriesischen Landschaft in Zusammenarbeit mit der Digitalagentur m01n der Öffentlichkeit als Sammlungen des Museumsverbunds Ostfrieslands zugänglich gemacht. Darüber hinaus werden sie in Zusammenarbeit mit der Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbunds (VZG/GBV) in der Webdatenbank kuniweb inventarisiert. Der Fotograf Lukas Jahn aus Carolinensiel fertigt hierfür mit seinem mobilen Fotostudio professionelle Fotografien von den Objekten an. Die Gesamt-, Detail- sowie 360°-Ansichten ermöglichen neue Perspektiven auf die Objekte und geben Einblicke in ihre Materialien und Herstellung.

 

Präventiver Sammlungsschutz durch Integriertes Schädlingsmanagement

Die Einführung eines integrierten Schädlingsmanagements (IPM = Integrated Pest Management) stellt einen zentralen Schwerpunkt der konservatorischen Arbeiten im Projekt dar, für das Dipl.-Restauratorin Tanja Pieper-Beenken als Projektmitarbeiterin verantwortlich ist. Ziel ist es, durch ein systematisches Monitoring in den einzelnen Museen Schadinsekten, sonstige Schädlinge sowie Schimmelpilze möglichst frühzeitig zu erkennen und deren Ausbreitung zu verhindern. Das IPM verzichtet bewusst auf den Einsatz von Bioziden und setzt stattdessen auf präventive Maßnahmen, wie beispielsweise die Abdichtung der Gebäudehülle oder die Anbringung von Insektenschutzgittern, um Schädlingen den Zugang zu erschweren.
Für das Monitoring werden sämtliche Räume eines Museums in Risikozonen eingeteilt und gefährdete Objekte aus unterschiedlichen Materialgruppen (Holz, Papier, Textil, Pflanzen etc.) identifiziert. Anschließend werden Insektenfallen aufgestellt, deren Fänge in einem dreimonatigen Turnus erfasst und ausgewertet werden, um Rückschlüsse auf die Entwicklung der Insektenpopulation zu ziehen.
Doch welche Schädlinge treten in Museen überhaupt auf? In erster Linie sind es Insekten, vereinzelt jedoch auch Nagetiere, die Schäden an Sammlungsstücken verursachen. Besonders gefährdet sind Materialien wie Wolle, Felle, Federn oder Textilien. Ebenso betroffen sind pflanzliche Materialien, die bestimmten Schädlingen als Nahrungsquelle dienen.

Die Restauratorin Tanja Pieper-Beenken bei der Auswertung der Insektenfallen im Burgmuseum Pewsum.
Die Restauratorin Tanja Pieper-Beenken bei der Auswertung der Insektenfallen im Burgmuseum Pewsum (Foto: Lara Wendel).

 

Jede Menge Workshops!

Die Aneignung von neuen Kompetenzen durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Museen – egal ob im Haupt- oder im Ehrenamt engagiert – ist ein besonders wichtiges Anliegen des Projekts. Hierzu dient eine Reihe von Fortbildungen und Workshops. Im vergangenen Jahr erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im September durch das Medienzentrum Aurich grundsätzliche Einblicke in den Bereich Social Media. Im Oktober brachte ihnen die Projektmitarbeiterin und Restauratorin Tanja Pieper-Beenken nahe, wie historische Objekte, je nach ihren Materialien, gereinigt werden und Museumsräume von vornherein nicht verschmutzen. Ausgerichtet durch die Digitalagentur m01n folgte im November der Einstieg in das digitale Storytelling und die Frage, wie man mit Exponaten Geschichten für eine schnelllebige Welt erzählen kann. Das Jahr 2026 begann mit einem Workshop zur Objektfotografie, angeboten vom Fotografen Lukas Jahn, im Februar stand noch einmal das Geschichtenerzählen im Internet im Fokus. Die Angebote werden von den Verbundmuseen gut angenommen, aber auch andere ostfriesische Museen nutzen die Fortbildungen gern.

Lukas Jahn mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Foto-Workshops im Forum der Ostfriesischen Landschaft.
Lukas Jahn mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Foto-Workshops im Forum der Ostfriesischen Landschaft (Foto: Nina Hennig).

 

Mit diesem Vorhaben werden die Zusammenarbeit sowie die Umsetzung von Projekten zur nachhaltigen Entwicklung unterstützt. Ziel ist es, die zukunftsfähige Weiterentwicklung der LEADER Regionen unter Berücksichtigung von Interessen regionaler Gruppen zu fördern.

Das Projekt "ins Licht gerückt" wird gefördert vom Land Niedersachsen und kofinanziert von der Europäischen Union.

 

Weitere Förderer sind die Landkreise Aurich, Leer und Wittmund sowie die zwölf Standortkommunen und -gemeinden der Verbundmuseen.

 

 

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